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Da es nach unseren Erkenntnissen in der letzten Zeit vielen MitbürgernInnen nicht geläufig ist, wie die Stadtfeuerwehr Kapfenberg organisiert ist und auch geführt wird, wollen wir dies hier kurz darstellen. Unsere Feuerwehr ist eine der ältesten Freiwilligen Feuerwehren der Steiermark.

Die Feuerwehr ist eine „Körperschaft öffentlichen Rechtes“ mit im Landesfeuerwehrgesetz definierten Pflichten und Rechten. In diesem Gesetz ist alles Grundlegende für den ordnungsgemäßen Betrieb einer Feuerwehr geregelt. Dazu gehört die Strukturierung, die Verantwortlichkeiten, die Aufgabengebiete, Verhaltensweisen, Uniformierung, Ausrüstung, Stärke der Feuerwehr (abhängig von der Größe der Gemeinde/Stadt und der besonderen Objekte in der Gemeinde/Stadt) usw.

Die Führung der Feuerwehr obliegt dem Wehrkommandanten und seinem Stellvertreter. Der Feuerwehrausschuss und die ernannten Funktionäre unterstützen diese bei der Bewältigung der vielfältigen Aufgaben.

Der Wehrkommandant und sein Stellvertreter werden von der Wehrversammlung immer auf jeweils 5 Jahre gewählt und nach vorliegen der erforderlichen Voraussetzungen vom Bürgermeister bestätigt. Diese Funktionsperiode gilt auch für alle Funktionäre, die jeweils wieder vom Wehrkommandanten ernannt oder abberufen werden. 

Die Struktur der Stadtfeuerwehr Kapfenberg kurz grafisch dargestellt:

Grafik Struktur der Feuerwehr


Die Organe der Feuerwehr lt. Landesfeuerwehrgesetz §4 sind:
- der Wehrkommandant
- Feuerwehrkommandant Stellvertreter
- der Feuerwehrausschuss
- die Wehrversammlung

Die Stadtfeuerwehr führt heute folgende Aufgaben aus:

  • Brandbekämpfung (Wohnungen, Wald, Wiese, Betriebe, Krankenanstalten, usw)
  • Brandbekämpfung in großen Höhen mit Hubschrauberunterstützung
  • Technische Hilfeleistungen (Verkehrsunfälle, Wasserschäden, Wohnungsöffnungen)
  • Menschenrettung (auch aus großen Höhen)
  • Tierrettungen
  • Gefahrenstoffeinsätze mit DEKO-Einheit
  • Strahlenschutz
  • Wasserdienst und Taucheinsätze
  • Hochwasser / Unwettereinsätze / Sturmschäden
  • Eisenbahnunfälle
  • Elektrounfälle
  • Explosionen
  • Insektenbekämpfung (wenn Menschen gefährdet sind)
  • Notstromversorgungen bis 100 KVA
  • Schneeeinsätze
  • Suchaktionen (mit der FW-Rettungshundestaffel)
  • Wasserversorgung (Trinkwasser in Trockenzeiten oder Rohrbruch, Löschwasser)
  • Teilnahme an Bauverhandlungen (Brandschutz)
  • Feuerbeschau
  • vorbeugender Brandschutz (Vorträge, Vorführungen)
  • Brandsicherheitswachen nach dem Veranstaltungsgesetz bzw.behördlichen Auflagen
  • Führung / Besetzung der Notrufzentrale (7 x 24 Std.)
  • Verwaltung, Führung und Erhaltung des Feuerwehr-Rüsthauses sowie der Alarmierungseinrichtungen 

Der Feuerwehrdienst

wird von allen Mitgliedern freiwillig geleistet. Die Stadt Kapfenberg hat insgesamt 4 Freiwillige Feuerwehren, deren unmittelbares Einsatzgebiet nach dem Gesichtspunkt der raschen Erreichbarkeit des Einsatzortes und deren Aufgaben nach dem jeweiligen Ausrüstungs- und Mannschaftsstand geregelt sind. Die Feuerwehroffiziere (Brandmeister) sind grundsätzlich jeweils für einen Zug der Feuerwehr im Einsatz verantwortlich, gestalten die wöchentlichen Übungen / Schulungen, sorgen dafür, dass die KameradInnen auch die notwendige Ausbildung bekommen und sind im Feuerwehrausschuss tätig. 

Die Gruppenkommandanten
sind für jeweils eine Gruppe innerhalb des jeweiligen Zuges verantwortlich und sind ebenfalls im Feuerwehrausschuss tätig.
 

 

Die Arbeitsbereiche der Mannschaft
sind je nach Ausbildung und Verwendung sehr vielfältig und umfangreich. Mit zunehmendem Alter und nach absolvierter Ausbildung werden die Chargen auch mit steigenden Führungsaufgaben betraut.
 

Diensteinteilung
Jeder Feuerwehrmann/Frau ist für den Einsatz ständig über einen Alarmpiepser erreichbar (bzw. bekommt eine SMS am Handy). Zusätzlich wird von allen Feuerwehrmännern/Frauen in periodischen Abständen auch der Wochenenddienst absolviert. 4 hauptberufliche Feuerwehrmänner sind in der Zeit von 06:00 – 22:00 Uhr ständig anwesend. Zusätzlich versehen im Schnitt auch 5-8 Zivildiener abwechselnd den Dienst in der Einsatz- und Notrufzentrale und unterstützen die hauptberuflichen Kameraden.
 

Taktische Einheiten
Die kleinste taktische Einheit ist die Löschgruppe. Sie besteht aus dem Gruppenkommandanten, dem Einsatzfahrer (Maschinisten) und 4-7 Feuerwehrmännern/Frauen (je nach Einsatzart). Für die meisten Einsatzarten gibt es eine Ausrückordnung.
 

Alarmstufen
Je nach Ereignis wird die zugeordnete Alarmstufe ausgelöst. Besonders gefährdete Objekte sind in Alarmplänen erfasst und liegen in der Einsatzzentrale auf.

 

Insgesamt gibt es 5 Alarmstufen:

Stufe-1 = normaler Brandeinsatz (1 Löschgruppe)
Stufe-2 = erweiterter Brandeinsatz (2-3 Löschgruppen)
Stufe-3 = größerer Brand (3-7 Löschgruppen)
Stufe-4 = Großbrand  (10 Löschgruppen und Sondergeräte)
Stufe-5 = Großbrand Tunnel, Industrie,... (mehr als 10 Löschgruppen und Sondergeräte)


Stufe-1 = Technischer Einsatz einfach  (1 Gruppe) 
Stufe-2 = Technischer Einsatz Unfall, Wasserdienst  (2-3 Gruppen)
Stufe-3 = Technischer Einsatz groß, Schadstoffe, gr. Unfälle  (3-7 Gruppen)
Stufe-4 = Technischer Einsatz groß, Unwetter   (bis 10 Gruppen und Sondergeräte)
Stufe-5 = Technischer Einsatz groß, Schadstoffe groß,Bus, Bahn, Flugzeug, (mehr
                                                                       als 10 Gruppen und Sondergeräte)


Durch die Vielzahl der jährlichen Einsätze wird fast ausschließlich die stille Alarmierung unserer Wehr über die Alarmempfänger und SMS durchgeführt. Nur in Sonderfällen (Alarmstufe 5 ) wird zusätzlich auch über die Sirene alarmiert.

Die installierten Sirenen in den verschiedenen Ortsteilen haben neben der Alarmierung der FeuerwehrkameradenInnen auch die Aufgabe, die Bevölkerung im Ernstfall entsprechend vor besonderen Gefahren zu warnen. Dazu gibt es die festgelegten Sirenenablauffolgen.

 

Durch diese Auflistung ist schon erkennbar, dass die Feuerwehr heute in sehr vielen Bereichen tätig ist. Zusätzlich zur permanenten Einsatzbereitschaft müssen auch umfangreiche Aufgaben im Bereich der Aus- und Weiterbildung und der Jugendarbeit erfüllt werden. 

 

Unsere 24 Stunden besetzte EINSATZZENTRALE und das Rüsthaus nach Umbau 2010:

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